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Vorwort Drucken E-Mail

Am 24. September 1925 wurde ich geboren. Bis 1939 durchlebte ich den ersten Abschnitt meiner Jugend. Gemessen an den heutigen Gegebenheiten war es eine spartanische Zeit. Der zweite Abschnitt bis 1950 war noch viel spartanischer, sehr turbulent, aber auch ungemein erfahrungsreich. Ich wurde in positiver Weise geformt. Von diesem Abschnitt will ich korrekt berichten. Und zwar so wie ich es erlebte und wie es mir bekannt war. Dabei will ich nicht angeberisch dramatisieren oder Unangenehmes verschweigen. Letzteres ist mir nicht leichtgefallen, denn die Nachgeborenen bewerten meist nach heutigen Gesichtspunkten. Unsere damalige Situation ist ihnen fremd. Deshalb bewerten uns einige als „Habe-nichts-gekannt-Generation“. Nach ihrer Meinung war uns alles bekannt, aber trotzdem haben wir immer bedenkenlos mitgemacht. Durch diese pauschale Verurteilung nehmen sie auch ihre eigene Familie nicht aus. Auch mich belastet dieser Vorwurf. Ich bin jedoch nicht gewillt, derart leichtfertige Anschuldigungen hinzunehmen. Im Gegenzug will ich wahrheitsgetreu vortragen.

Zum besseren Verstehen wird mein Aufschrieb durch eine Chronik ergänzt. In ihr ist es notwendig, in der Geschichte auch einen Abschnitt der Vergangenheit aufzuzeigen. Nur so kann das damalige Zeitgeschehen richtig erkannt und verstanden werden. Hier ist der Versailler Vertrag von besonderer Wichtigkeit.

Da ich nur ein paar Jahre des Zeitabschnittes von Napoleon bis zum 2. Weltkrieg selbst erlebte, habe ich auch andere Quellen einbezogen. Insbesondere ab 1919 liegen mir solche Quellen vor. Beim Vergleich verschiedener Quellen habe ich festgestellt: es gibt kaum gegenteilige Aussagen. Es hat aber jede Chronik ihre eigenen Gesichtspunkte und stellt hierbei in den Vordergrund, was nach ihrer Meinung wichtig ist. Um dem Vorwurf der Einseitigkeit die Grundlage zu entziehen, habe ich die Zeitabschnitte meiner Jugend zuerst nichtdeutschen Quellen entnommen. Soweit ich die eigene Meinung vortrage, wurde sie vorher nach Unstimmigkeiten untersucht und erst dann niedergeschrieben.

Um denkbaren Fehldeutungen schon jetzt den Boden zu entziehen, will ich folgendes klar zum Ausdruck bringen: Frankreich und Deutschland waren lange Erzfeinde. Heute besteht freundschaftliche Verbundenheit. Dieser Weg konnte nur begangen werden, nachdem die seit langer Zeit bestehenden Vorbehalte abgebaut werden konnten. Hier ist Frankreich besonderer Respekt zu zollen. Die in der Chronik vorgetragenen Fakten der Vergangenheit wurden nicht in schlechter Absicht erstellt. Es sollte aber nicht in Abrede gestellt werden, auch Versailles hat den Weg in den 2. Weltkrieg gangbarer gemacht. Nun, nach dem 2. Weltkrieg wurden andere Wege beschritten. Dies war richtig! Der ausgesprochene Respekt ist kein bloßes Lippenbekenntnis. Es ist eine ehrliche Aussage.

Entgegen obenstehender Vorgabe wurde auch erst danach bekannt gewordenes Geschehen eingebracht. Das scheint zum besseren Verstehen notwendig zu sein. Diese Einfügungen wurden kursiv gedruckt. Die Gesamt-Chronik befindet sich auf einer separaten Seite.